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Helm abnehmen- aber richtig |
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Helm
abnehmen - aber richtig
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Allgemeines
Eine
Situation, die jeder Biker kennt: Öl in der Kurve oder ein
Traktor, der einem auf der Landstraße die Vorfahrt
nimmt ...
Ein
Sturz ist für Motorradfahrer in dieser Situation nicht
immer zu vermeiden. Viele dieser Unfälle enden
glücklicherweise nicht immer mit dramatischen Verletzungen
und Bewusstlosigkeit. Das erhöhte Sicherheitsbewusstsein
vieler Zweiradfahrer und moderne Schutzbekleidung helfen,
größere Kopf- oder Wirbelverletzungen zu vermeiden. Oft
steht der Fahrer auch gleich wieder auf und hat vielleicht
nur einen kleinen Schock. Darauf sollten andere
Verkehrsteilnehmer trotzdem nicht vertrauen. Ist ein Biker
gestürzt, sollte jeder versuchen zu helfen.
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Unterlassene Hilfeleistung – eine Straftat
Zur
Ersten Hilfe am Unfallort ist übrigens jeder nach §34 der
Straßenverkehrsordnung gesetzlich verpflichtet. Hier heißt es unter
anderem: „Nach einem Verkehrsunfall hat jeder Beteiligte
-
unverzüglich zu
halten,
-
den Verkehr zu
sichern und bei geringfügigem Schaden unverzüglich beiseite zu fahren,
-
sich über die
Unfallfolgen zu vergewissern und
-
Verletzten zu
helfen.“
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Ein gestürzter
Motorradfahrer – was tun?
Ob Motorrad- oder
Autofahrer: Der für die Führerscheinprüfung vorgeschriebene Kurs in
Sofortmaßnahmen am Unfallort liegt bei den meisten Verkehrsteilnehmern
schon Jahre zurück. Was im Notfall zu tun ist, um ein Menschenleben zu
retten und bleibende Schäden zu vermeiden, ist – auch aus Vertrauen
auf den Rettungsdienst – vergessen.
„Nicht-Biker“
scheuen sich vor allem bei Motorradfahrern zu helfen, aus Angst,
Fehler zu machen.
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Helm ab – ja
oder nein? Auf jeden Fall: ja!
Das beginnt
bereits bei der Frage: Helm ab – ja oder nein? Lange Jahre galt die
Meinung: Es sei für den Verunglückten besser, den Helm nicht
abzunehmen, um vorhandene Verletzungen nicht noch weiter zu
verstärken. Heute weiß man: Ist der Fahrer nicht mehr ansprechbar oder
bewusstlos, ist es besser, den Helm abzunehmen!
Denn das
Erstickungsrisiko ist für den Gestürzten weit größer als die Gefahr,
ihn beim Abnehmen des Helms noch mehr zu verletzen. Noch ansprechbare
Fahrer sollten freilich zuerst gefragt werden, ob man den Helm
abnehmen soll. In der Regel wird er froh darüber sein.
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Helm abnehmen –
so wird es gemacht
Natürlich muss das
Helmabnehmen ganz vorsichtig geschehen. Am besten geht dies zu zweit.
Die folgende Beschreibung kann den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses
nicht ersetzen, zeigt aber auf, dass die wesentlichen Handgriffe gar
nicht so schwer sind. Gleichwohl sollte man sie üben, damit es im
Ernstfall schnell geht.
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Und so wird es
gemacht:
- Visier öffnen und – falls
vorhanden – Brille abnehmen.
- Ein Helfer fasst die
Unterkante des Helms und den Unterkiefer des Verletzten und zieht
den Kopf ganz leicht in Längsrichtung.
- Der zweite Helfer öffnet den
Kinnriemen.
- Der erste behält den Zug
bei.
- Der zweite Helfer fasst mit
einer Hand unter den Hinterkopf, mit der anderen Hand unter das Kinn
des Verletzten und übernimmt die Streckung nach hinten.
- Der erste Helfer zieht den
Helm vorsichtig vom Kopf des Verletzten.
- Der andere Helfer fixiert
während dieser Zeit den Kopf.
- Ist der Helm abgenommen,
muss der Kopf weiterhin fixiert werden – und zwar so lange, bis der
Rettungsdienst übernimmt.
- Einem bewusstlosen oder
bewusstseinsgetrübten Motorradfahrer müssen die Atemwege freigemacht
werden. Dazu vorsichtig den Kopf nach hinten beugen und Unterkiefer
vorziehen. Erbrochenes oder Fremdkörper (Zähne, Prothesen) müssen
aus dem Mund des Verletzten entfernt werden.
Mehr Informationen
über weitere Sofortmaßnahmen am Unfallort bei einem Motorradunfall ist
in der Broschüre „Das kleine Erste Hilfe-Einmaleins“ vom Institut für
Zweiradsicherheit zu finden.
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Helm ist nicht gleich Helm – Tipps für Helfer
Es
gibt verschiedene Arten von Helmen, vom Integral- bis zum
Klapphelm. Der Integralhelm ist aus einem Guss, beim
Klapphelm lässt sich der Kinnspoiler öffnen, indem man ihn
seitlich entriegelt oder hochklappt.
Auch die
Helmverschlüsse sind nicht alle gleich. Manche Kinnriemen
haben Druckverschlüsse, andere einfache Laschen. Damit es
im Notfall schnell geht, gibt es vom Institut für
Zweiradsicherheit in Essen (IfZ) anschauliche
Helm-Aufkleber. Die runden Sticker mit rotem Rand gibt es
für fast jede Helmart. Daran erkennen auch
Nicht-Motorradfahrer auf einen Blick, um welchen
Kopfschutz es sich handelt und wie er zu öffnen ist.
Helfer sollten im Ernstfall auf solche Aufkleber achten.
Motorradfahrer sollten sie in eigenem Interesse gut
sichtbar am Helm anbringen. |
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Unfallhelfer
sind versichert
Gleich, ob
wirklich Hilfe vonnöten ist oder nicht: Unfallhelfer sind auf jeden
Fall versichert. Wie das rheinlandpfälzische Landessozialgericht
entschied, besteht der gesetzliche Unfallversicherungsschutz bereits
dann, wenn sich ein Autofahrer entschließt anzuhalten, um
festzustellen, ob er helfen kann. Auch wenn sich die Hilfe dann als
überflüssig erweist. Nur Neugierige, die anhalten um zu gaffen, sind
nicht geschützt (AZ L 3 U 160/94).
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Fazit
Unabhängig davon, ob jemand auf zwei oder vier Rädern unterwegs ist, schon
morgen kann jeder in die Situation kommen, erste Hilfe leisten zu müssen –
und sollte nicht nur aus juristischen Gründen deshalb darauf vorbereitet
sein, zum Beispiel einem Motorradfahrer den Helm abnehmen zu können. Ein
Erste-Hilfe-Kurs bei einer der Hilfsorganisationen bedeutet für den
Einzelnen einen nur geringen Zeitaufwand. Für einen Anderen kann er schon
morgen lebensrettend sein. Und wer selbst einmal einen Unfall hat, wird
froh darüber sein, wenn ihm jemand sofort helfen kann.
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